Leistungen

Gesund mit Äpfeln

Man macht sich gar keine Gedanken mehr darüber, ob Äpfel wirklich so gesund sind, wie der Spruch "One apple a day keeps the doctor away" suggeriert. Dabei werden Äpfel maßlos unterschätzt. Ein frischer Apfel von heimischen Streuobstwiesen, womöglich noch eine alte Apfelsorte, hat erstaunliche Heilwirkungen auf den Organismus. Und wenn Sie ganze Äpfel nicht so gerne essen, dann machen Sie sich eben einen Apfelsaft daraus.

Wertvolle Biostoffe

In jedem Apfel stecken verschiedene Biostoffe, darunter sind zahlreiche mit Heilkraft. Neben dem Vitamin-C-Gehalt sind es vor allem die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe wie Phenole oder Flavonoide wie Quercetin, die den Apfel zu einem sehr gesunden Lebensmittel machen.

Sie gleichen schädliche Stoffe im Körper aus. Forscher von der University of South Carolina konnten sogar nachweisen, dass eine hohe Dosis Quercetin die Ausdauer bei Untrainierten verbessert. Bei Testpersonen, die sieben Tage Quercetin verabreicht bekamen, nahm die maximale Sauerstoffaufnahme im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die lediglich ein Placebo einnahm, um rund 3,9 % zu!

Die gesündesten Apfelsorten

Die stärkste Anti-Krebs-Aktivität konnte übrigens bei der Marke Jonagold gemessen werden: Im Laborversuch reduzierten sich Darmkrebszellen um 43 %, Leberkrebszellen sogar um 57 %. Hier ein Überblick über die gesündesten Apfelsorten:

Jonagold, der Krebs-Verminderer

Sein Vitamin-C-Gehalt ist mit durchschnittlich 15,5 Milligramm pro 100 Gramm eher bescheiden, dafür besitzt der Jonagold den höchsten Gehalt an Flavonoiden und das höchste antioxidative Potential. Das ergab eine vergleichende Untersuchung unter den Apfelsorten Jonagold, Golden Delicious, Cox's Orange und Elstar.

Das Bedeutet, dass der Jonagold aggressive Stoffe neutralisiert und so effektiv vor Herzinfarkt und Krebs schützt. Tipp: Während der Erntezeit im Oktober ist sein Vitamin-C-Gehalt am höchsten, er verliert aber nach langer Lagerung bis zu 50 % des Vitamin-C-Gehalts.

Red Delicious, die Reinigungsbürste für die Gefäße

Dieser Apfel überzeugt in Studien vor allem durch einen hohen Gehalt an Procyanidin von 207,7 Milligramm pro Apfel. Dieser zellschützende Pflanzenstoff wirkt wie eine Art Gefäßreiniger: Er verhindert die Ablagerung von Blutplättchen, welche die Gefäße verengen und den Blutstrom stören – die ideale Prophylaxe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Braeburn, der Zahn-Reiniger.

Der Vitamin-C-Gehalt liegt mit 24 Milligramm pro 100 Gramm im Mittelfeld, die antioxidative Wirkung ist wenig. Dafür ist der Braeburn reich an Chlorogensäure. Dieser Pflanzenstoff konnte in Labortests Karies verursachende Bakterien wirksam abtöten.

Der Braeburn ist einer der wenigen Äpfel, dessen Vitamin C-Gehalt auch nach siebenmonatiger Lagerung konstant geblieben ist. Vorausgesetzt, er wird kühl und dunkel, am besten in Frischhaltebeuteln, gelagert.

Boskoop, der Fettverbrenner

Er ist der ideale Apfel zum Abnehmen. Da in der Schale das enthaltene Pektin, ein löslicher Ballaststoff, die Fette und das Cholesterin bindet. So werden diese Stoffe dann leichter ausgeschieden. Die Folge: Der Cholesterinwert im Blut sinkt. Das zeigt eine Wiener Studie, 33 Patienten mit hohen Blutfettwerten wurde ein Präparat aus Apfelpektin verabreicht. Und bereits nach sechs Wochen zeigte ihr Blut einen um bis zu 30 % verringerten Wert an dem schädlichem LDL-Cholesterin.

Granny Smith, der Flexible

Diese Äpfel gehören zu den sauersten Sorten überhaupt. Im Gegensatz zu seinen rotschaligen Verwandten enthalten sie allerdings weniger Betakarotin. Doch der Granny Smith hat von vielen anderen Power-Substanzen eine ganze Menge vorzuweisen – etwa Vitamin C, Kalium, Magnesium. Allein die Wirkung vom Apfel-Vitamin C ist enorm: Schon 100 Gramm Apfel haben denselben Effekt wie 400 Milligramm reines Vitamin C aus der Apotheke. Kalium und Magnesium stärken darüber hinaus die Nerven und sind wichtig für das Herz- Kreislaufsystem

Elstar, der Gelenkschützer

Der auffällig kugelige Apfel punktet mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt an bioaktiven Enzymen und Antioxidantien. Diese Stoffe fördern die Bildung von Immunzellen und schützen vor Gelenkentzündungen.

Kleinere Äpfel sind gehaltvoller als große. Sie enthalten weniger Wasser und damit eine größere Speicherkapazität für die gesundheitsfördernden Stoffe.

Gala, der Schutz vor Grippe

Der kleine süß schmeckende Gala ist vor allem durch seine wertvollen Flavonoide gut. Die Aufgabe der Flavonoide im Körper ist die Körperzellen vor Schäden zu schützen, die das Krebsrisiko erhöhen könnten. Sie vermindern das Wachstum von Bakterien und Viren.

Wenn im Herbst der Angriff der Erkältungsviren beginnt, empfehlen Ernährungswissenschaftler den Gala als effektive Grippe-Prophylaxe.